Hilfe, mein Schleifstein trägt nichts mehr ab!

Hart gebundene Schleifsteine können sich je nach Bindemittel und Brand im Sinterofen an den Oberflächen derart verhärten, dass auch grobe Schleifsteine kaum noch Material vom Messer abtragen.Siliziumkarbidstein mit Siliziumkarbidpulver

Wenn der Schleifstein noch nicht uneben geworden ist, schleife ich diese Schleifsteine mit einem recht groben Siliziumkarbidschleifstein, wobei ich um den Vorgang zu beschleunigen noch Siliziumkarbidpulver hinzugebe. Im nachfolgenden Video ist gezeigt wie das ganze funktioniert:

Hier ein Link zum groben Siliziumkarbidschleifstein Zische Silifix 220 und hier zu dem Siliziumkarbidpulver Siliziumkarbidpulver 50 1 BgB. Alternativ kann man auch einen Sensenwetzstein aus Siliziumkarbid aus dem Baumarkt nehmen.

Bei japanischen Wassersteinen ist das Verhärten der Oberfläche eher selten zu beobachten, da sie einfach zu weich gebunden sind und sich dadurch permanent erneuern.

Im Prinzip ist das ähnlich wie auch das Abrichten eines Schleifsteins mit Nassschleifpapier und Siliziumkarbidpulver auf einer ebenen Glasplatte oder mit einem Abrichtblock, jedoch geht es deutlich schneller, da hierbei nicht soviel Material abgetragen werden muss. Wenn der Schleifstein aber nicht mehr eben ist Schleifstein abgenutzt hart2, empfehle ich das Abrichten des Steines.

16 Gedanken zu „Hilfe, mein Schleifstein trägt nichts mehr ab!

  1. Kleiner Tip am Rande, wenn man den Metall-Abtrag an Wetzstählen (insb. Bei Keramikstäben) oder auch beim Spiderco sharpmaker einfach runter bekommen möchte:
    nehmt ein weiches Radiergummi – ist schonend und geht schnell, auch mal eben zwischendurch.

    • Gute Idee, ich hatte es bisher immer mit Spüli unter dem Wasserhahn gemacht und die Stäbe danach ein paar Tage trocknen lassen. Deine Idee mit dem Radiergummi gefällt mir da deutlich besser! Danke für den Tipp!

  2. Hallo,

    ich habe mir das Einsteigerset gekauft (280 Weiß/Rot Stein) und wollte mein erstes Messer schärfen. Leider ist sehr schnell das Problem mit der „Verglasung“ aufgetreten. Das Messer hat keinen Anschliff und ich wollte somit wie von Leo beschrieben den Vorschliff machen. Ich bin nicht mal bis zur Gratbildung gekommen, da der Schleifstein nichts mehr abträgt.Zusätzlich habe ich die breite Keramik-Schleifhilfe verwendet.
    Ist das schon mal bei jemandem vorgekommen? Ich kann mir vorstellen, dass es an der Schleifhilfe liegt.
    Leider kann ich das Messer nun nicht mehr weiter schleifen, sondern muss mich erst mal um den Stein kümmern.

    • Hallo Christian,
      ich würde mal versuchen, den Stein wieder gangbar zu machen und anschließend ohne die keramische Schleifhilfe zu schleifen. Ich denke, dass die Keramik aus Aluminiumoxid ist und dadurch hart genug, um den Schleifstein dahingehend zu verändern, dass sie die Schleifkornspitzen, die aus der Oberfläche ragen, wenn man zuviel Druck auf die Keramik gibt, abtragen. Wenn Du unbedingt damit weiterschleifen willst, würde ich darauf achten, dass Du mehr Druck auf die Schneide legst und weniger auf die Keramik. Dadurch sollte der Effekt geringer werden.
      Viele Grüße,
      Leo.

      • Hallo,

        so nach 4 Monaten Messer schärfen hab ich gesehen, dass du mir geantwortet hast.
        Ich habe nach dem ersten Rückschlag ganz auf die Schleifhilfe verzichtet, und siehe da es klappt und wird immer besser. Anfangs hab ich noch die Edding-Methode angewendet aber mittlerweile treffe ich den alten Schliff auch so. Schwieriger ist es bei Messern ohne Anschliff aber ich übe weiter.
        Die grobe Seite des rot/weißen 280er Zische Steins habe ich bis jetzt noch nicht gangbar gemacht, da ich mich an Messern mit vorhandenem Anschliff versucht habe und direkt mit der weißen Seite beim Hauptschliff angefangen hab. Jetzt möchte ich das Abrichten des Steins aber in Angriff nehmen. dazu ein paar Fragen:

        Ich habe die Videos Schleifstein abrichten und Schleifstein gangbar machen gesehen, nun habe ich den verglasten Schleifstein und einen alten sehr „druchgeschliffenen“ Schleifstein. Wenn ich nach den Videos gehe richte ich mit dem 30er Rutscher „durchgeschliffene“ Stein ab und mit dem 120er mache ich den verglasten wieder gangbar. Bei beiden sollte ich Siliciumkarbit zur Unterstützung griffbereit haben. Folglich:

        Abrichten: 30er Rutscher mit 25er Siliciumkarbit
        Gangbar machen: 120 Rutscher mit 50er Siliciumkarbit

        Ich möchte mir den 120 Rutscher mit 30er Siliciumkarbit bestellen. Damit kann ich auf jeden Fall den verglasten Stein gangbar machen.
        Nun die Frage: Meinst du ich schaffte es mit dem 120 Rutscher den alten Stein abzurichten? Vom Gefühl her und durch den Vergleich vermute ich, dass der Stein eine Körnung zwischen 150 und 250 hat.

        PS: Eigentlich probiere ich so etwas meist aus aber die Sachen sind doch nicht so günstig. Also Fragen bevor ich das Geld verpulvere.

        • Hallo Christian,

          zum Abrichten nutze ich am liebsten immer die richtig groben Steine, ich würde mir also an Deiner Stelle nicht den 120’er, sondern den 30’er Stein holen und dazu das grobe Siliziumkarbidpulver. Das Gangbarmachen sollte damit genauso funktionieren und die Riefen schleifen sich nach ein paar Messern wieder weg. Wenn sie doch stören sollten den gangbar gemachten und den frisch abgerichteten Stein aufeinander reiben.

          Viele Grüße,
          Leo.

          • Hallo Leo,

            beides hat wunderbar geklappt. Das F24 Silliciumcarbit ist auf keinen Fall zu grobkörnig, meine Angst war vollkommen falsch. Beide Steine sind wieder schön gerade und schleifbereit.

            Vielen Dank für die Hilfe

  3. Hallo,
    ich besitze einen 120er Silifix (SiC) bei dem ebenfalls anscheinend das Problem des zu starken Brennens /Durchsinterns und der daraus resultierenden zu glatten, wenig abtragsfreudigen Oberfläche besteht.
    Dessen Oberfläche habe ich bereits zweimal versucht mit dem Rutscher (ca. Körnung 30) + grobem SiC-Pulver aufzubrechen, ohne Erfolg.
    Es scheint mir so als wäre der komplette Stein zu stark durchgesintert.
    Wäre es vlt. sinnvoll den Stein mit Strich in einer Richtung über die gröbste Diamantplatte (Körnung ca. 80) abzuziehen um wenigstens etwas mehr Grip in die Oberfläche zu bringen?
    Habe Bedenken wegen Ausbruch der Diamanten aus der Stahlplatte, da das sicherlich nur mit mehr oder minder starkem Druck funktioniert.
    Mit dem SiC-Rutscher und dem SiC-Pulver ist diesem sehr harten SiC-Stein anscheinend überhaupt nicht beizukommen.
    Vlt. hat ja jemand eine Idee, bevor er noch weitere Jahre unnütz rumliegt.

    Grüße Jürgen

    • Hallo Jürgen,

      das klingt nach einer härteren Nuss, ich würde die Diamantplatte (zumindest wenn es eine hochwertigere Platte ist) erstmal nicht nehmen, da die Kanten von dem SIC 120’er Steins sonst eventuell die Diamanten aus der Matrix reissen könnten (eine günstige Discounterplatte für 4 Euro, die bisher auch nur rumgelegen hat vielleicht schon eher). wenn würde ich eher mit einer Diamantschleifscheibe für die Flex versuchen daran zu gehen. Aber tendenziell ist auch hier die Gefahr für größeren Veschleiss gegeben. Du könntest es aber eventuell an einer Seitenfläche machen und schauen, ob darunter eine weichere Schicht zutage kommt. Wenn nicht, würde ich nicht zuviel Arbeit in den Stein investieren, sonst sind die Folgekosten für das Abrichten nachher höher als der Wert des Steins.

      Viele Grüße,
      Leo.

      • Danke Leo!

        Das bestätigt genau meine Ideen zum weiteren Vorgehen, die Betonscheibe für die Flex hätte ich als nächstes probiert.
        Wenn das nichts bringt werde ich das Teil halt entsorgen und mir wenn, evtl. einen weicher gebundenen Silifix (den grünen) in der selben Körnung besorgen, bevor ich wieder sowas erwische. Na ja, ist ja eh mehr der Basteltrieb das Ding gangbar zu machen, hab noch genug Alternativen.

  4. Hi Leo,
    ich hab auch das Problem mit meinen relativ neuen Zische Missarka ultra blue 500/1200 dass beide Seiten kaum mehr was abtragen. Beide Seiten polieren schon eher.
    Besonders schlimm wurde es nach dem ich mein neues Kohlenstoffstahlmesser von Tosa Hocho damit geschärft habe. Dabei wurde durch die Oxidation der Stein teils braun.
    Jetzt muss ich den Stein wieder gangbar machen. Ich habe aber nun die Befürchtung dass dieser sehr hart gebundene Schleifstein durch die Methode sehr rau und grob wird.

    Kann ich das trotzdem so machen, oder sollte ich mit was freineren abrichten?

    Danke und Gruß

    • Hallo Thomas,

      ich habe mit der anfangs etwas rauheren Oberfläche der Steine nach dem Auffrischen keine schlechten Erfahrungen gemacht, zur Not den Druck gegen Ende ein wenig reduzieren, dann egalisieren sichd ie Spitzen auf dem Stein etwas und nach ein bis drei Messern ist der Stein wieder recht eben.

      Natürlich kannst Du auch feiner abrichten, dann würde ich aber dennoch grob starten und erst als letztes mit einem feineren Siliziumkarbidschleifpapier auf einer Glasplatte die Steinoberfläche nach glätten. Ich mag es aber, wenn der Stein ein wenig bissiger ist, also lasse ich das meistens weg.

      Viele Grüße,
      Leo.

  5. Hallo Leo,
    mein Abrichtblock Naniwa A-101 Korn 24 ist zugesetzt weil ich meine Lansky-Schleifhilfe grüner Griff 280 Korn abgerichtet hab. Wie bekomme ich den Abrieb des Arkansas Ölsteins aus dem Abrichtblock heraus? Vielleicht habe ich hier wohl einen großen Fehler gemacht !?
    Respekt und Hochachtung für all dein Engagement rund um das Schärfen.
    Vielen herzlichen Dank im Voraus
    Gruß Martin

    • Hallo Martin,
      das Öl ist schwer rauszubekommen aus dem Stein. Ich würde es am ehesten als Erfahrung verbuchen und für die Wassersteine einen neuen Abrichtstein holen, bevor Du DIr Öl auf Wassersteine verschleppst.

      Wenn es meiner wäre, würde ich eine Radikalkur versuchen:
      1. mehrfaches Abkochen in Wasser mit etwas Spülmittel
      2. Spülen mit leicht flüchtigem Lösungsmittel, wie Brennspiritus oder Nitor Verdünnung (aber kein Terpentin, das ist zu ölhaltig). Hier genug nehmen, dass das Öl auch wirklich ausgewaschen wird.

      Viele Grüße,
      Leo.

  6. Ich hatte mir von dictum nen norton Ölstein besorgt und mit einer Keramikschleifhilfe verwendet. Ich habe nichtmal eine Seite des Messers geschafft und der Stein war völlig blank und hat gar nichts mehr abgetragen. Mit dem Wasserstein von King hat das problemlos geklappt.

    Fazit: Keine Hartgebundenen Steine mit Keramikschleifhilfe benutzen!

    P.S.: War eben im Baumarkt um SiC Schleifpapier zu besorgen um den Stein wieder hin zu bekommen. Mal gucken ob der Stein morgen im Müll landet.

    • Hallo Florian,

      danke für den Tipp, den Norton hatte ich mit der Schleifhilfe noch nicht probiert. Da der Norton ja vorgetränkt ist, könnte es da zum Verschmieren der Oberfläche kommen. Daher bevorzuge ich auch Wassersteine, die sind da gutmütiger. Hattest Du den Ölstein beim Schärfen auch mit einem dünnflüssigen Öl wie Petroleum benutzt?

      Ich würde aber nach Möglichkeit auf die Schleifhilfe verzichten, sie macht meiner Ansicht nach mehr Probleme und man lernt das richtige freihändige Schärfen nicht.
      Viele Grüße und viel Erfolg beim Steinabrichten und Schärfen,
      Leo.

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